Wildcardverfahren Mitte Juni 2008
Vier Stunden tagte der Lizenzligaausschuss der Basketball Bundesliga (BBL) am gestrigen Tag in der BBL-Geschäftsstelle in Köln – dann stand das Ergebnis fest: 17 der 22 Vereine, die sich um eine BBL-Lizenz für die Saison 2008/2009 beworben hatten, wurde diese erteilt – zehn davon erhielten die Lizenz uneingeschränkt, der ...
Gleichwohl besteht für dieses Quartett die Option, am Wildcardverfahren teilzunehmen – sofern es die Vorgaben, die der BBL-Lizenzligaausschuss den Vereinen zur Bedingung gemacht hat, erfüllt. Für den zweiten BBL-Absteiger Science City Jena besteht hingegen zum jetzigen Zeitpunkt keine Möglichkeit, am Wildcardverfahren teilzunehmen.
Der BBL-Lizenzligaausschuss verweigerte dem Verein die Lizenz auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Den Entscheidungen vorausgegangen waren sehr sorgfältige Prüfungen der eingereichten Unterlagen – zunächst durch den BBL-Gutachterausschuss, dann durch den BBL-Lizenzligaausschuss. Erstmalig mussten die Vereine nachweisen, dass sie über einen Eigenkapital-Anteil in Höhe von 100.000 Euro verfügen.
Wie die exakte Zusammensetzung der BBL in der kommenden Spielzeit aussehen wird, entscheidet sich voraussichtlich Mitte Juni 2008. Dann soll das Wildcardverfahren durchgeführt werden. Dieses wird nach § 15 BBL-Lizenzstatut notwendig, da der sportliche Aufsteiger aus der Pro A, Cuxhaven BasCats, bis zum Stichtag 17. März 2008 keinen Lizenzantrag gestellt hatte.
Die Bewerbungsfrist für die Vergabe von mindestens einer Wildcard – sollten Vereine mit auflösender Bedingung diese nicht erfüllen können, werden gegebenenfalls weitere Plätze frei – beginnt ab sofort und endet voraussichtlich Ende Mai 2008. Am Wildcardverfahren teilnehmen können alle Vereine, denen die sportliche Qualifikation für die BBL fehlt – vorausgesetzt, der BBL-Lizenzligaausschuss attestiert ihnen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit.
Beim Wildcardverfahren präsentieren sich die Kandidaten den Vertretern der Erstligisten – mit Ausnahme der beiden sportlichen Absteiger und des sportlichen Aufsteigers – und dem Vertreter des Deutschen Basketball Bundes (DBB). In geheimer Abstimmung entscheidet dann die Gesellschafterversammlung, bestehend aus dem BBL-Präsidenten Dr. Thomas Braumann, der 74 Prozent der Stimmanteile hält, und dem DBB-Vertreter (26 Prozent), wer den freien Platz einnimmt. Die Aufnahme in die BBL ist verbunden mit der Zahlung einer Gebühr in Höhe von 100.000 Euro.
Zudem wurde dem Antrag der Bayer Giants Leverkusen auf Standortwechsel stattgegeben. Der deutsche Rekordmeister spielt in der kommenden Spielzeit in Düsseldorf.
Folgenden Vereinen wird die Lizenz ohne Auflage erteilt:
ALBA Berlin, Brose Baskets, Telekom Baskets Bonn, New Yorker Phantoms Braunschweig, Artland Dragons, BG 74 Göttingen, EnBW Ludwigsburg, EWE Baskets Oldenburg, DEUTSCHE BANK SKYLINERS, WALTER Tigers Tübingen
Folgende Vereine erhalten die Lizenz mit Auflage(n):
Eisbären Bremerhaven, Bayer Giants Leverkusen (künftig Giants Düsseldorf), Köln 99ers, ratiopharm Ulm
Folgende Vereine erhalten die Lizenz mit auflösender(n) Bedingung(en):
digibu Baskets, LTi Giessen 46ers, VPV Giants Nördlingen (Aufsteiger Pro A)
Folgenden Vereinen wird die Lizenz wegen fehlender sportlicher Qualifikation nicht erteilt; allerdings wurden diese mit entsprechenden Hinweisen auf das Wildcardverfahren verwiesen:
TBB Trier (BBL-Absteiger), Kaiserslautern Braves, Bremen Roosters, Mitteldeutscher BC (alle Pro A)
Folgendem Verein wird die Lizenz wegen fehlender sportlicher Qualifikation und mangelnder wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nicht erteilt:
Science City Jena (BBL-Absteiger)
Den Vereinen, die ihre Lizenz mit Auflage beziehungsweise auflösender Bedingung erhalten haben, steht eine Rechtsmittelfrist von sieben Tagen zu. Der Berufung kann der BBL-Lizenzligaausschuss binnen 14 Tagen abhelfen. Wird der Berufung nicht abgeholfen, entscheidet das BBL-Schiedsgericht.
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erstellt am 29.04.2008
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