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Zwei Sweeps: Bamberg und Ulm machen kurzen Prozess und kämpfen ab Sonntag um die Meisterschaft

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Beko BBL  Aufrufe: 4441

Mit den Brose Baskets und ratiopharm ulm stehen die beiden Teilnehmer der Finalserie um die deutsche Meisterschaft in der Beko BBL fest. Bamberg holte gegen die Artland Dragons einen ungefährdeten 94:63-Sieg, Ulm besiegte in einem Krimi die s.Oliver Baskets mit 88:80.


Damit kommt es im Finale zum Aufeinandertreffen der beiden besten Mannschaften der regulären Saison. Das erste Finale zwischen den Brose Baskets und ratiopharm ulm findet am kommenden Sonntag statt (ab 15:15 live bei SPORT1 und als Stream auf der Homepage der Beko BBL.

Bamberg und Ulm, hier mit P.J. Tucker und Dane Watts, kämpfen ab dem kommenden Wochenende um den Titel in der Beko BBL
Vergrößerung anzeigen Bamberg und Ulm, hier mit P.J. Tucker und Dane Watts, kämpfen ab dem kommenden Wochenende um den Titel in der Beko BBL


Die Ergebnisse im Überblick:

ratiopharm ulm – s.Oliver Baskets 88:80
Brose Baskets – Artland Dragons 94:63

ratiopharm ulm - s.Oliver Baskets 88:80


Eines ist nach dem 88:80 von ratiopharm ulm gegen die s.Oliver Baskets und dem damit verbundenen Finaleinzug klar: Die Mannschaft von Thorsten Leibenath ist tiefer als viele Experten gedacht hatten. Über weite Strecken prägte diesmal nämlich die zweite Garde das Spiel der Gastgeber und kompensierte mit einer bravourösen Teamleistung die Ausfälle im Kader.

Per Günther, hier gegen John Little, verletzte sich am Knie, war am Ende aber dennoch der Matchwinner
Per Günther, hier gegen John Little, verletzte sich am Knie, war am Ende aber dennoch der Matchwinner
Isaiah Swann wärmte sich trotz seiner Knöchelverletzung auf, aber in der Startformation stand erneut Sebastian Betz. Damit lag der Fokus vor allem wieder auf Per Günther, der in den ersten fünf Playoffspielen im Schnitt 16,2 Punkte bei großartiger Wurfquote von 65,7 Prozent aufgelegt hatte. Zudem war der Nationalspieler mit sechs Treffern bei sechs Versuchen bis dahin fehlerlos von der Dreierlinie. Aber bereits Mitte des ersten Viertels musste Günther zur Sorge der Ulmer Fans in der ausverkauften ratiopharm arena (6000 Zuschauer) wegen einer Prellung am linken Knie zur Behandlung auf die Bank. In der Folge ließ Ulm in der Offense die nötige Struktur vermissen und lag nach dem ersten Viertel mit 15:18 hinten.

Zum Start des zweiten Viertels kam Günther zwar wieder zurück, wurde aber nach einer Minute von Headcoach Thorsten Leibenath nach einem unsportlichen Foul, seinem zweiten, wieder aus dem Spiel genommen. Würzburg konnte das vorerst aber nicht zum eigenen Vorteil nutzen, ließ mehrere leichte Würfe liegen, gestattete Keaton Nankivil (sieben Zähler bis zur Pause) und Tommy Mason-Griffin (elf) zu viel Freiraum und war zur Halbzeit mit 30:40 im Hintertreffen.

Im dritten Viertel kamen die s.Oliver Baskets ins Laufen, erzielten in dem Spielabschnitt satte 32 Punkte. Ivan Elliott sorgte drei Minuten vor dem Ende des dritten Viertels mit einem Dreier und zwei Freiwürfen für den 50:50-Ausgleich, dann netzte Ben Jacobson mit der Sirene aus der Ecke zum 62:60 für den Aufsteiger ein.

Aber die Ulmer ließen sich auch von einem Rückstand von fünf Punkten nicht aus der Ruhe bringen und antworteten mit einem 9-2-Run, bei dem ihr angeschlagener Anführer vorweg ritt. In den letzten fünf Minuten des Spiels netzte der 24-jährige Günther erst einen Dreier ein, krönte dann einen Coast-to-Coast-Sprint mit einem Korbleger und brachte anschließend mit zwei Freiwürfen im sechsten Playoffspiel den sechsten Sieg und damit den zweiten Sweep in Serie unter Dach und Fach.

Neben Günther (13 Punkte) punkteten Steven Esterkamp (21), Tommy Mason-Griffin (15), Keaton Nankivil (elf) und John Bryant (zehn) auf Ulmer Seite zweistellig. Bei Würzburg war John Little mit 19 Zählern Topscorer.



Thorsten Leibenath (Headcoach Ulm):
„Wir haben über die Saison nicht den Einbruch erlebt, den uns viele vorhergesagt haben, sondern unsere Leistung stattdessen immer mehr stabilisiert. Und ich denke, in den Playoffs ist uns das noch einmal eindrucksvoll gelungen. Wenngleich das 3:0 gegen Würzburg nicht die Intensität der Serie widerspiegelt. Dass wir ohne Niederlage ins Finale einziehen, ist unglaublich. Heute haben uns Steven Esterkamp und Per Günther in den entscheidenden Phasen getragen. Und auch wenn ich das sonst nicht mache, will ich Pers Leistung hervorheben. Er war für uns der Spieler der Playoffs und ist es vielleicht sogar überhaupt. Auf Bamberg werden wir uns intensiv vorbereiten, was ja auch dringend notwendig ist. Wir spielen gegen die Übermannschaft der vergangenen Jahre. Aber wir waren dieses Jahr schon zwei Mal knapp dran, sie zu schlagen und werden alles geben, dies zu schaffen.“

John Patrick (Headcoach Würzburg):
„Es war heute der harte Kampf, der es die gesamte Serie über war. Einerseits ist es frustrierend, weil wir die Ulmer da hatten, wo wir sie haben wollten – wir haben ja im vierten Viertel geführt. Aber sie haben eben immer eine Antwort gefunden – so auch heute. Ulm war die bessere Mannschaft. Für Ulm ist es eine magische Saison und ich wünsche viel Glück in den Finals. Aber ich bin auch stolz auf mein Team, weil wir nie aufgegeben haben zu kämpfen.“

Nachbericht ratiopharm ulm
Nachbericht s.Oliver Baskets

Brose Baskets - Artland Dragons 94:63


Die Brose Baskets haben zum dritten Mal in drei Jahren das Finale der Beko Basketball Bundesliga um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Mit einem nie gefährdeten 94:63 gegen die Artland Dragons holte der amtierende Champion im dritten Halbfinale den nötigen dritten Sieg. Vergangene Saison noch eine Serie über die vollen fünf Spiele, holten die Gastgeber diesmal den Besen raus und konnten sich in der Stechert Arena vor ausverkaufter Kulisse von 6800 Zuschauern über den 3-0-Sweep gegen Chris Flemings früheren Klub freuen.

Drachen-Headcoach Stefan Koch veränderte seine Startformation, setzte Anthony Hilliard für Bryan Bailey und Anthony King für den an der Wade verletzten Darren Fenn in die erste Fünf. Dennoch gab es für den Meister den besseren Start. Dank fünf Dreiern bei acht Versuchen lag Bamberg nach dem ersten Viertel mit 27:12 vorne.

Bis zur Halbzeit baute die Mannschaft von Fleming die Führung bis auf 50:29 aus. Wie sehr die Brose Baskets das Spiel zu dem Zeitpunkt kontrollierten, zeigt die Tatsache, dass die Nachwuchsspieler Philipp Neumann und Daniel Schmidt in der Phase bereits eingewechselt wurden. Einzig Nathan Peavy stemmte sich für die Dragons mit 13 Zählern gegen die drohende Klatsche. Topscorer David Holston dagegen erzielte in den ersten drei Vierteln keinen einzigen Punkt.

Dank einer Wurfquote von 55,2 Prozent, darunter 15 erfolgreiche Dreier bei 27 Versuchen, konnten die Brose Baskets im letzten Viertel zusammen mit ihren Fans den dritten Finaleinzug in drei Jahren feiern.



Chris Fleming (Headcoach Bamberg):
„Wir haben in den vergangenen zwei Saisons 14 Mal gegen die Artland DFragons gespielt. Ich habe sehr großen Respekt vor dem, was sie in Zeit geleistet haben. Sie zwaren zweimal in Folge im Halbfinale, haben gegen Besiktas Istanbul in der EuroChallenge sehr gut ausgesehen, was an vielen Leuten vorbei gegangen ist. Meine Jungs gingen in diesem Spiel heute extrem fokussiert zu Werke. Sie haben große Energie gezeigt und sehr gut zusammen gespielt. Ich bin heute sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, vor allem in der Verteidigung. Deshalb möchte ich heute auch keinen Spieler heraus heben.“

Stefan Koch (Headcoach Quakenbrück):
„Glückwunsch an Chris und seine Mannschaft zum Finaleinzug. Der stand in dieser Serie nie in Frage. Bamberg hat konstant auf sehr hohem Niveau agiert und steht verdient wieder im Endspiel. Für uns überwiegt die Enttäuschung ob der Deutlichkeit, in der die Dinge passiert sind. Vor der Saison hat uns niemand im Halbfinale gesehen. Wir sind nicht München oder Berlin, die Mannschaften zusammenstellen um mit Bamberg konkurrieren zu können - auch wenn wir das möchten. Letztendlich sind wir wohl in allen drei Wettbewerben am späteren Champion gescheitert. Dennoch sind wir jetzt sehr traurig.“



Nachbericht Brose Baskets
Nachbericht Artland Dragons
 
erstellt am 27.05.2012
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