Simon says: Unsere Lehren aus dem TOP FOUR – Bamberg ist schlagbar und … Bamberg ist unschlagbar
Sven Simon
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Das TOP FOUR der Beko BBL von 2012 ist Geschichte, der erste große Titel dieser Saison vergeben, aber ein kurzer Nachdreh muss noch drin sein. Deshalb auf die Schnelle noch ein paar unsortierte Gedanken aus der Ferne zum diesjährigen Pokalwochenende.
Dazu erneut kurz der Hinweis, dass diese Kolumne nicht die offizielle Meinung der Beko BBL darstellt, sondern Einschätzungen von Sven Simon als neuem Mitarbeiter im Ligabüro in Köln sind.
Was haben wir gelernt? Bamberg ist in einem entscheidenden Spiel zu bezwingen … und Bamberg ist in einem entscheidenden Spiel nicht zu bezwingen. Sind wir ehrlich: Thorsten Leibenath und seine Jungs hatten die Übermannschaft der vergangenen zweieinhalb Jahre am Boden. Grundlage dafür war eine Ulmer Defense, die dafür sorgte, dass Bamberg schlecht wie nie aus der Distanz warf (8/28 Dreier, 28,6 Prozent). Aber dennoch rettete der Titelverteidiger sich irgendwie in die Overtime, um dort dann zu gewinnen:
Und das war nicht das erste Mal zu sehen. Im fünften Finalspiel von 2011 lag Berlin nach dem Dreier von Bryce Taylor bei 90 Sekunden auch mit zwei Punkten vorne und hatte das Momentum aber sowas von auf der eigenen Seite … dann aber kamen wie bekannt Brian Roberts und John Goldsberry von Downtown. Und auch das gewonnene Pokalhalbfinale im vergangenen Jahr gegen die Artland Dragons wurde nur möglich durch einen Dreier von Brian Roberts, der den Ausgleich für die Overtime bescherte:
Deshalb der Hinweis an alle künftigen Kontrahenten der Brose Baskets: Wenn ihr der Meinung seid, dass ihr den entscheidenden Sargnagel reingekloppt habt, ist das bei diesem Gegner weniger wert als eine gute Helpside von Rouven Rössler (alias Frederic Weis). Wir haben mehrfach gesehen, dass es nicht unmöglich ist, aber erst wenn die Kiste in der Erde und das Grab bepflanzt ist, solltet ihr sicher sein, die Brose Baskets in einem entscheidenden Spiel bezwungen zu haben. Oder als Phrase formuliert: Gewonnen ist erst, wenn die Sirene ertönt!
Keine andere Mannschaft aus der Beko BBL setzt ihren wichtigsten Spieler derart effizient ein, wie die Ulmer ihren Center John Bryant. Im Halbfinale gegen die Brose Baskets war es erst das Pick-and-roll mit Aufbau Per Günther und später die Lobpässe im High-Low-Spiel mit Power Forward Dane Watts, die dem Ulmer Monchhichinator immer wieder erstaunlich leichte Punkte bescherten. Anstatt sich darauf zu beschränken, ihm im Lowpost den Ball für eine Isolation zum Eins-gegen-eins zu geben, fielen die meisten seiner 25 Punkte aus dem Spielfluss heraus. Das macht es für ihn wesentlich einfacher und erklärt auch seine amtliche Wurfquote (12/14 aus dem Feld und damit schlanke 85,7 Prozent).
Mit dem unorthodoxen Zwergen-Center Jeff Gibbs hatten die Ulmer mehrere Jahre das Kuriosum der Liga in ihren Reihen, und da Bryant kürzlich im Interview mit der BIG erklärte, dass er einverstanden wäre, seine ganze Karriere in Ulm zu verbringen, könnte es passieren, dass ratiopharm ulm das für die nächsten Jahre wieder von sich behaupten kann.
Was haben wir gelernt? Ein Basketballspiel dauert 40 Minuten und am Ende wird Bonn Zweiter! Nicht, dass das nicht schon bekannt gewesen wäre, aber dieses Mal hatte das Ganze eine andere Dimension, denn es gab erst zum zweiten Mal nach dem vierten Finalspiel von 2009 (damals führte Bonn 2-1 gegen Oldenburg) die Chance für die Telekom Baskets mit einem Sieg in der eigenen Halle die Trophäe einzusacken. Wäre es legitim einen zweiten Platz auf dem Briefkopf zu erwähnen, dann würde es bei den Baskets mit mittlerweile fünf Vizemeisterschaften und drei Pokalsilbermedaillen langsam eng werden. Bevor es aber von den alteingesessenen Baskets–Fans oder den jungen Wilden wieder Ärger gibt, verweise ich entschuldigend auf Robert Weiß und verbleibe mit den sehr wahren Worten von Mike Koch: „Lieber vier Mal Zweiter als nie im Endspiel gewesen!“
Dass Sebastian Machowski kommende Saison Cheftrainer in Oldenburg wird und seine Mannschaft nun beim TOP FOUR auf dem vierten und letzten Platz gelandet ist, wussten wir bereits. Dennoch lässt sich eines festhalten für alle Kollegen, die mit dem Gedanken spielen, das Fass aufzumachen vom Team, das nicht mehr auf seinen scheidenden Trainer hört: Das ist eine schnell geschriebene Nummer, entspricht aber nicht der Wahrheit! Die zwei Niederlagen in Bonn resultierten aus einem Ausfall von Kyle Visser, Robert Kulawick und Igor Milosevic wegen akuten Brechdurchfalls (ein Wort, welches bereits beim Schreiben Gänsehaut über den Rücken jagt). Und das mit dezimierter Truppe im Halbfinale gegen die Gastgeber lange mitgehalten und am Sonntag gegen Ulm ein 16:0-Start hingelegt wurde, lässt sich in viele Richtungen deuten, aber wohl kaum dahin, dass Machowski seine Jungs nicht mehr erreicht.
Natürlich wird im Ligabüro die Siegerehrung immer bis ins Kleinste durchorganisiert … und wenn die Brose Baskets gewinnen, kann man sicher sein, dass alles glatt läuft. Einfach, weil Bambergs Kapitän so viel Routine damit hat, dass er nicht wie 2006 Sascha Nadjfeji in Köln im Standarddress eines englischen Mallorca-Touristen zur Trophäenübergabe kommen würde, sondern mit dem Ausziehen bis danach wartet. Aber dennoch scheint sich bezüglich des Feierns bei den Helden aus Freakcity ein gewisser Gewöhnungseffekt einzustellen:
Passen so gut zusammen wie Pommer und Ketchup! Der eine jagt die Emotionen durchs Mikro, der andere analysiert so gut, wie es zuletzt Stefan Koch jahrelang als TV-Experte demonstriert hat. Komplizierte taktische Sachverhalte in einfacher Sprache erklärt, sodass der Laie sie versteht und der Bball-Freak dennoch nicht genervt die Augen verdreht. Einzige Kritik: Wenn Pascal jedes Mal fünf Cent bekäme, wenn er einen Satz mit den Worten „Keine Frage“ beginnt, könnte er es sich demnächst leisten, der neue Namenssponsor in Frankfurt zu werden.
Abschließend an dieser Stelle wieder der Aufruf: Wenn ihr anderer Meinung seid und diese hier für einen geistigen Airball haltet, laden wir euch zum Diskutieren auf die Pinnwand unserer Facebook-Seite ein. Ansonsten freue auch ich mich über eurer Feedback per Email und vor allem auch über klare Worte, falls ihr was zu kritisieren habt. Besten Dunk fürs Lesen!
Brose Baskets:
Was haben wir gelernt? Bamberg ist in einem entscheidenden Spiel zu bezwingen … und Bamberg ist in einem entscheidenden Spiel nicht zu bezwingen. Sind wir ehrlich: Thorsten Leibenath und seine Jungs hatten die Übermannschaft der vergangenen zweieinhalb Jahre am Boden. Grundlage dafür war eine Ulmer Defense, die dafür sorgte, dass Bamberg schlecht wie nie aus der Distanz warf (8/28 Dreier, 28,6 Prozent). Aber dennoch rettete der Titelverteidiger sich irgendwie in die Overtime, um dort dann zu gewinnen:
Und das war nicht das erste Mal zu sehen. Im fünften Finalspiel von 2011 lag Berlin nach dem Dreier von Bryce Taylor bei 90 Sekunden auch mit zwei Punkten vorne und hatte das Momentum aber sowas von auf der eigenen Seite … dann aber kamen wie bekannt Brian Roberts und John Goldsberry von Downtown. Und auch das gewonnene Pokalhalbfinale im vergangenen Jahr gegen die Artland Dragons wurde nur möglich durch einen Dreier von Brian Roberts, der den Ausgleich für die Overtime bescherte:
Deshalb der Hinweis an alle künftigen Kontrahenten der Brose Baskets: Wenn ihr der Meinung seid, dass ihr den entscheidenden Sargnagel reingekloppt habt, ist das bei diesem Gegner weniger wert als eine gute Helpside von Rouven Rössler (alias Frederic Weis). Wir haben mehrfach gesehen, dass es nicht unmöglich ist, aber erst wenn die Kiste in der Erde und das Grab bepflanzt ist, solltet ihr sicher sein, die Brose Baskets in einem entscheidenden Spiel bezwungen zu haben. Oder als Phrase formuliert: Gewonnen ist erst, wenn die Sirene ertönt!
ratiopharm ulm
Keine andere Mannschaft aus der Beko BBL setzt ihren wichtigsten Spieler derart effizient ein, wie die Ulmer ihren Center John Bryant. Im Halbfinale gegen die Brose Baskets war es erst das Pick-and-roll mit Aufbau Per Günther und später die Lobpässe im High-Low-Spiel mit Power Forward Dane Watts, die dem Ulmer Monchhichinator immer wieder erstaunlich leichte Punkte bescherten. Anstatt sich darauf zu beschränken, ihm im Lowpost den Ball für eine Isolation zum Eins-gegen-eins zu geben, fielen die meisten seiner 25 Punkte aus dem Spielfluss heraus. Das macht es für ihn wesentlich einfacher und erklärt auch seine amtliche Wurfquote (12/14 aus dem Feld und damit schlanke 85,7 Prozent).
Mit dem unorthodoxen Zwergen-Center Jeff Gibbs hatten die Ulmer mehrere Jahre das Kuriosum der Liga in ihren Reihen, und da Bryant kürzlich im Interview mit der BIG erklärte, dass er einverstanden wäre, seine ganze Karriere in Ulm zu verbringen, könnte es passieren, dass ratiopharm ulm das für die nächsten Jahre wieder von sich behaupten kann.
Telekom Baskets Bonn
Was haben wir gelernt? Ein Basketballspiel dauert 40 Minuten und am Ende wird Bonn Zweiter! Nicht, dass das nicht schon bekannt gewesen wäre, aber dieses Mal hatte das Ganze eine andere Dimension, denn es gab erst zum zweiten Mal nach dem vierten Finalspiel von 2009 (damals führte Bonn 2-1 gegen Oldenburg) die Chance für die Telekom Baskets mit einem Sieg in der eigenen Halle die Trophäe einzusacken. Wäre es legitim einen zweiten Platz auf dem Briefkopf zu erwähnen, dann würde es bei den Baskets mit mittlerweile fünf Vizemeisterschaften und drei Pokalsilbermedaillen langsam eng werden. Bevor es aber von den alteingesessenen Baskets–Fans oder den jungen Wilden wieder Ärger gibt, verweise ich entschuldigend auf Robert Weiß und verbleibe mit den sehr wahren Worten von Mike Koch: „Lieber vier Mal Zweiter als nie im Endspiel gewesen!“
New Yorker Phantoms Braunschweig
Dass Sebastian Machowski kommende Saison Cheftrainer in Oldenburg wird und seine Mannschaft nun beim TOP FOUR auf dem vierten und letzten Platz gelandet ist, wussten wir bereits. Dennoch lässt sich eines festhalten für alle Kollegen, die mit dem Gedanken spielen, das Fass aufzumachen vom Team, das nicht mehr auf seinen scheidenden Trainer hört: Das ist eine schnell geschriebene Nummer, entspricht aber nicht der Wahrheit! Die zwei Niederlagen in Bonn resultierten aus einem Ausfall von Kyle Visser, Robert Kulawick und Igor Milosevic wegen akuten Brechdurchfalls (ein Wort, welches bereits beim Schreiben Gänsehaut über den Rücken jagt). Und das mit dezimierter Truppe im Halbfinale gegen die Gastgeber lange mitgehalten und am Sonntag gegen Ulm ein 16:0-Start hingelegt wurde, lässt sich in viele Richtungen deuten, aber wohl kaum dahin, dass Machowski seine Jungs nicht mehr erreicht.
Des Feierns müde?
Natürlich wird im Ligabüro die Siegerehrung immer bis ins Kleinste durchorganisiert … und wenn die Brose Baskets gewinnen, kann man sicher sein, dass alles glatt läuft. Einfach, weil Bambergs Kapitän so viel Routine damit hat, dass er nicht wie 2006 Sascha Nadjfeji in Köln im Standarddress eines englischen Mallorca-Touristen zur Trophäenübergabe kommen würde, sondern mit dem Ausziehen bis danach wartet. Aber dennoch scheint sich bezüglich des Feierns bei den Helden aus Freakcity ein gewisser Gewöhnungseffekt einzustellen:
Buschi und der Rollermann bei SPORT1
Passen so gut zusammen wie Pommer und Ketchup! Der eine jagt die Emotionen durchs Mikro, der andere analysiert so gut, wie es zuletzt Stefan Koch jahrelang als TV-Experte demonstriert hat. Komplizierte taktische Sachverhalte in einfacher Sprache erklärt, sodass der Laie sie versteht und der Bball-Freak dennoch nicht genervt die Augen verdreht. Einzige Kritik: Wenn Pascal jedes Mal fünf Cent bekäme, wenn er einen Satz mit den Worten „Keine Frage“ beginnt, könnte er es sich demnächst leisten, der neue Namenssponsor in Frankfurt zu werden.
Abschließend an dieser Stelle wieder der Aufruf: Wenn ihr anderer Meinung seid und diese hier für einen geistigen Airball haltet, laden wir euch zum Diskutieren auf die Pinnwand unserer Facebook-Seite ein. Ansonsten freue auch ich mich über eurer Feedback per Email und vor allem auch über klare Worte, falls ihr was zu kritisieren habt. Besten Dunk fürs Lesen!



