Auf zum nächsten Derby
„Auf zum nächsten Derby“ heißt es bei der EnBW Ludwigsburg. Mit den lauten Jubelgesängen im Ohr und einer Portion Selbstvertrauen vom vergangenen Derbysieg gegen die Tigers aus Tübingen, reisen die gelben Riesen und zahlreiche Fans in das Ulmer Sportzentrum Kuhberg. Spielbeginn ist am Samstag, den 13. März 2010 um 19:00 Uhr. „Es wird ein großes und wichtiges Spiel“, weiß auch der Ludwigsburger Head Coach Tolga ...
Für Tolga Öngören und sein Team zählt im Playoff-Kampf nur ein Sieg.
„Ulm ist ein gutes Offensiv-Team, die viele Punkte machen. Dies müssen wir verhindern“, so Öngören zur kommenden Begegnung. Bisher konnte sein Team alle Derbys in dieser Saison gewinnen und so musste sich auch Ulm im Hinspiel in der Ludwigsburger Arena 71 zu 80 geschlagen geben. Bester Werfer der Ulmer im besagten Spiel war Lee Humphrey, der auf 15 Punkte kam. Die meisten Punkte im Durchschnitt erzielt aber Christian Burns mit 15,5 Treffern pro Spiel.
Damit ist der Power Forward drittbester Schütze in der gesamten Beko BBL. Mit durchschnittlich 6,6 Rebounds ist Burns auch bester Balleroberer unter dem Korb seines Teams. Die meisten Steals gehen aber auf das Konto von Roderick Trice. Der Shooting Guard erobert durchschnittlich 2,4 Bälle pro Spiel und liegt damit im Gesamtvergleich der Beko BBL ganz vorn. Mit Coleman Collins agiert bei den Ulmern ein Ex-Ludwigsburger unter dem Korb. Seit sechs Spielen wird Collins von Kevin Martin unterstützt. Der 2,08-Meter Center stieß Ende Januar ins Team von Head Coach Mike Taylor.
„Sie haben durch die Nachverpflichtung eine gute Big-Man Rotation“, weiß auch Öngören. Das Spiel leitet in der Regel Aufbauspieler Per Günther, der schon im letzten Jahr für die Ulmer auf dem Parkett stand. Aufsehen erregte die Nachverpflichtung des Aufbauspielers Austen Rowland vom Ligakonkurrenten Gießen kurz vor dem Aufeinandertreffen beider Teams. Doch nun steht Rowland seit 11 Spielen für sein neues Team auf dem Parkett und erzielt durchschnittlich 7,7 Punkte und kommt auf 3,7 Assists.
Während im Ludwigsburger Team alle Spieler fit sind, mit Ausnahme von Ziyed Chennoufi der weiterhin aufgrund eines Bandscheibenvorfalls pausieren muss, ist der Einsatz von zwei Ulmer Spielern fraglich. Flügelspieler Robin Benzing, mit durchschnittlich 12,4 Punkten zweitbester Werfer der Ulmer, konnte schon beim letzten Spiel verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden. Sebastian Betz hat schon seit längerem mit Adduktorenproblemen zu kämpfen.
Nach der heißen Derbyphase kommen am Samstag, den 20. März 2010 die Telekom Baskets Bonn nach Ludwigsburg. Wer live mitfiebern möchte, kann sich im Online Shop unter www.enbw-ludwigsburg.de, bei der Geschäftsstelle der EnBW Ludwigsburg (Pflugfelder Str. 22, 71636 Ludwigsburg), unter der Ticket-Hotline 01805-99 11 18 (kostenpflichtig) oder bei allen bekannten Eventim-Vorverkaufsstellen seine Tickets sichern.
Homestory Teil 9: Zu Besuch bei David McCray!
(11.03.2010). Eigentlich kennt man die gelben Riesen nur auf dem Parkett! Man sieht sie in der Arena Ludwigsburg bei einem Heimspiel, oder auswärts, man begegnet ihnen vielleicht mal auf der Strasse in Ludwigsburg, beim Essen, oder beim Einkaufen, aber wie sieht es bei den Spielern der EnBW Ludwigsburg daheim aus? Was wäre Mike Haynes geworden, wenn er nicht Basketball spielen würde? Wo hält sich David McCray am liebsten in Ludwigsburg auf, oder wie verbringt Domonic Jones seine Zeit zwischen den Trainingseinheiten? Das alles und mehr möchten wir, also Verena und Laura, in unserer Home Story Serie herausfinden. Nach und nach besuchen wir jeden Spieler in seinen eigenen vier Wänden und stellen ihm interessante Fragen über sich selbst, Basketball und das Leben in Ludwigsburg.
Heute freuen wir uns auf eine besondere Home Story, denn wir besuchen den sympathischen Publikumsliebling David McCray bei sich zu Hause. Wir parken in einer kleinen Seitenstrasse im Zentrum von Ludwigsburg und wundern uns zunächst, ob wir denn auch richtig sind. Doch Hausnummer 4 ist ein hübsches Mehrfamilienhaus vor dem direkt David’s Auto steht. Der Ludwigsburger Point Guard lacht uns schon an der Tür an und scheint sich sichtlich über unseren Besuch zu freuen. Auch seine Freundin Lisa ist daheim und zusammen setzen wir uns im Wohnzimmer auf die Couch und beginnen unser Interview.
Die Wohnung ist hell und freundlich. Überall hängen Fotos von den Familien und Freunden. Im Wohnzimmer sticht sofort die Farbe rot ins Auge, da Teppich, Couch und Gardinen in verschiedenen Rottönen gehalten sind. „Das Wohnzimmer ist schon sehr rot. Als wir die Wohnung übernahmen, war sie schon komplett eingerichtet. Wir haben nur noch ein paar persönliche Sachen hinzugefügt. Ich glaube, wenn wir mal ein Haus haben, wird unser Wohnzimmer nicht so rot sein, da suchen wir uns eine andere Farbe aus“, entgegnet Lisa lächelnd. „Die Lage der Wohnung ist sehr zentral und sie ist schön groß. Wichtig war uns vor allem ein Gästezimmer, da wir oft Besuch haben. Uns gefällt es hier. Über uns wohnt ein jüngeres Paar und nebenan wohnt der Onkel von Gordon Scott mit seiner Frau, die laden uns im Sommer oft zum Grillen ein“, erzählt David.
Wir bemerken einen großen roten Sombrero an der Wand und sprechen unseren Gastgeber darauf an. „Den habe ich von der Universiade in Belgrad letzten Sommer. Ich habe ihn gegen ein Deutschlandshirt getauscht und hatte ihn dann den ganzen Heimflug über auf“, berichtet David und von da an war klar, dass später ein Foto mit dem Sombrero gemacht werden muss.
Sowohl David als auch Lisa haben eine sehr internationale Familie. David’s Mutter ist Deutsche, sein Vater Amerikaner aus Augusta in Georgia. Groß geworden ist er in Speyer, wo seine Basketballkarriere begann und er Lisa kennenlernte. Diese ist in Heidelberg geboren. Ihre Mutter kam aus Barbados und ihr Vater aus Deutschland. Beide können aufgrund der zweisprachigen Erziehung sowohl Deutsch als auch Englisch fließend sprechen, reden untereinander jedoch immer Deutsch.
Wir bitten David uns zu erzählen, wie er zum Basketball kam und der 23-Jährige beginnt: „Eigentlich spielte ich hauptsächlich Fußball und nur nebenher Basketball. Meine Mutter meldete mich dann mal zu einem Basketball Sommer Camp an und danach gabs nur noch Basketball für mich. Zuerst spielte ich in Speyer und dann kam ich zur BG Karlsruhe. Durch den damaligen Kirchheimer Trainer kam ich zu den Kirchheim Knights und lernte darüber Mario Probst kennen. Ich begann als Kooperationsspieler der EnBW Ludwigsburg und stehe jetzt fest im Kader.“
Einige Spieler des Teams kennt David nun schon mehrere Jahre und wir fragen, ob sich das Team auch neben dem Spielfeld trifft und etwas zusammen unternimmt? „Manchmal gehe ich mit Ziyed Essen, Quad war letzte Woche zum karibischen Abendessen da und Dom kommt oft vorbei. Dom kenne ich jetzt schon lange und wir verstehen uns sehr gut. Wer kann Dom auch nicht mögen? Er ist immer so nett. Ganz selten hört man ihn mal fluchen und wenn, dann nur ganz leise“, erzählt er grinsend und weiter: „In Karlsruhe hat Dom unter mir gewohnt und meistens hat ihm das Müsli zum Frühstück gefehlt. Dann kam er zu mir rauf, hat ganz leise geklopft und nach Müsli gefragt. Irgendwie hat es sich ergeben, dass wir beide nach Ludwigsburg gekommen sind. Ich würde jetzt nicht sagen, dass wir unsere Zukunft zusammen planen werden, aber oft fragen mich Leute nach ihm und dann sag ich wie es ist, dass er einfach ein guter Mensch ist. Wer würde so jemanden denn nicht gern im Team haben?“
Auch die Spielerfrauen unternehmen häufig etwas gemeinsam, erfahren wir von Lisa. „Wenn die Jungs weg sind, treffen wir uns alle, um das Spiel zu verfolgen. Manchmal bin ich auch die Babysitterin für Richard Chaney’s Sohn Malachi oder den kleinen Noah von Marco Sanders“, erzählt die 21-Jährige.
„Wenn wir nicht mit dem Team unterwegs sind, schaue ich gern bei Mamo in der Innenstadt vorbei. Dort erkennen mich die Kids und sprechen mich an. Das gefällt mir. Ich glaube, dass die Ludwigsburger Fans uns gern haben und das freut mich sehr. Sonst schlafe ich viel, darüber machen sich meine Teamkollegen lustig, aber dafür bin ich immer fit bei den Trainings“, sagt uns der Deutsch-Amerikaner grinsend. Wir möchten auch von Lisa wissen, was sie gerne unternimmt, doch David kommt ihr zuvor und beantwortet laut lachend: „Shoppen! Sie hat 1.000 Schuhe.“ „David hat mindestens genau so viele“, kontert Lisa, was später durch ein Foto des Schuhregals auch eindeutig bewiesen wird.
Wir kommen auf die Rituale an einem Spieltag zu sprechen und David erzählt uns: „Ich schlafe eine halbe Stunde. Zu Essen gibt es immer Spaghetti mit Tomatensoße und einen Eiweißshake.“ „Und er redet nicht viel“, fällt Lisa noch ein und David bestätigt: „Ja, das ist wohl die einzige Zeit, während der ich nicht viel rede.“ Wir müssen etwas schmunzeln, freuen uns aber über seine Redebereitschaft für die Home Story.
So finden wir auch heraus, dass die Beiden fast nie Süßigkeiten zu Hause haben und sich generell gesund ernähren. Es gibt viel Pasta in allen Varianten und selten kommt Fleisch auf den Tisch. Chef der Küche ist Lisa und einmal die Woche bekommt David ein amerikanisches Frühstück mit Pfannkuchen und Ei. „Er ist verwöhnt“, gesteht Lisa und grinst David an, der zugeben muss, dass da etwas Wahres dran ist. „Ich habs aber auch verdient“, verteidigt er sich und muss lachen.
Die Frage nach David’s alternativem Job zum Basketball kommt auf. „Meinen Zivildienst habe ich in einer Behindertenwerkstatt in Cannstatt geleistet und das hat mir sehr viel
Spaß gemacht. Ich besuche die Gruppe immer noch ab und zu und dann freuen sie sich sehr. So etwas Soziales würde mich interessieren. Ich denke nach meiner aktiven Basketballzeit werde ich Trainer. Früher wusste ich ehrlich gesagt nie, was ich machen wollte. Ich hatte einfach Bock auf Basketball spielen.“
Seine Fähigkeiten als Trainer kann David dieses Jahr wieder bei dem Ostercamp unter Beweis stellen, organisiert von der Basketball-Akademie für Basketball interessierte Jugendliche. Schon letztes Jahr begeisterte er die Jugendlichen beim Training über drei Tage und auch dieses Mal freut er sich auf seine Aufgabe: „So was mache ich sehr gerne. Es freut mich, wenn es den Teilnehmern Spaß macht. Wenn die Kids Spaß haben, hab ich auch Spaß.“
Die Sommerpausen sind für David sehr kurz. In den letzten Jahren war er dann immer mit den Nationalteams, entsprechend seiner Alterklasse, unterwegs. So war er beispielsweise im vergangenen Sommer für die A2 Nationalmannschaft am Start. Voraussichtlich wird dies auch diesen Sommer der Fall sein und daher bleibt nur eine Woche Zeit, um in Spanien auszuspannen. „Sonst besuchen wir, wann immer wir Zeit haben, unsere Familien“, ergänzt er noch. Spanien könnte David sich auch als seine nächste Spielheimat vorstellen und berichtet: „1 oder 2 Jahre im Ausland zu spielen würde mir schon gefallen, obwohl ich gar nicht gerne von zu Hause weg gehe. Das war schon immer so.“
Zum Schluss machen wir noch Fotos mit Sombrero, auf der roten Couch und neben dem Schuhregal und verlassen gut gelaunt die Wohnung. Der Besuch bei David und Lisa hat definitiv gehalten, was er versprochen hat.
Quelle: EnBW Ludwigsburg
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