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Eurocup-/EuroChallenge-Vorschau: 3. Spieltag

„Home, sweet Home!“ lautet in dieser Woche die Devise für die vier deutschen Europapokal-Vertreter, die zum Abschluss der Hinrunden in der Last 16 von Eurocup und EuroChallenge alle am Dienstag (9. Februar) in eigener Halle antreten. Im Eurocup empfangen die Brose Baskets um 20 Uhr in ihrer Jako den spanischen ...


Eurocup/EuroChallenge
... Vertreter Bizkaia Bilbao (live auf TV Oberfanken). ALBA Berlin empfängt zeitgleich in der O2 World Aris Saloniki. In der EuroChallenge beginnen die Spiele bereits eine halbe Stunde früher: Die Artland Dragons empfangen um 19:30 Uhr KK Zagreb, die BG Göttingen tritt gegen den holländischen Traditionsclub Eiffel Towers Den Bosch an.

Aber ob um 19:30 Uhr oder um 20 Uhr: Das deutsche Quartett steht in dieser Woche in der Pflicht, seine Viertelfinalambitionen mit Siegen in eigener Halle zu untermauern. Eine Niederlage in eigener Halle würde jeden der vier empfindlich zurückwerfen.

Eurocup: Aris bei ALBA, Bilbao in Bamberg

Im Eurocup hat Beko BBL-Tabellenführer ALBA Berlin in der Gruppe I nach seinen beiden Auftaktsiegen die große Chance, mit einem Heimsieg über Aris Saloniki die Tür zum Viertelfinale bereits zum Abschluss der Hinrunde aufzustoßen. Aber die Griechen stellen mit drei sehr starken US-Amerikanern, zwei aktuellen serbischen und britischen Nationalspielern sowie den vier extrem routinierten Ex-Nationalspielern Nikos Hatzivrettas, Michalis Kakiouzis, Dimos Dikoudis und Nikos Barlos ohne Frage das auf den Papier stärkste Team in der Gruppe I.

Dass Aris trotzdem in der Last 16 noch ohne Sieg ist und sich in Griechenland auf einem Platz im Mittelfeld der Tabelle wiederfindet, ist allein dem Umstand zu schulden, das es bei Aris in dieser Saison drunter und drüber geht: Nach der verpassten Euroleague-Qualifikation wurde mit Fotis Katsikaris ein neuer Trainer installiert, der nach nur drei Monaten (und der souveränen Qualifikation zur Last16 ) seinerseits den Rücktritt einreichte, weil er ein lukratives Angebot aus der spanischen Liga (Bilbao) erhalten hatte.

Zwar gelang es Aris, in Gestalt des russischen Nationaltrainers David Blatt sofort einen noch viel namhafteren Head Coach zu engagieren, aber der muss natürlich sein neues Team erst einmal kennenlernen. Dass Aris dabei am Wochenende in der griechischen Liga nach vier Niederlagen in Folge einen überzeugenden 69:59-Sieg im prestigeträchtigen Lokalderby gegen PAOK feiern konnte, deutet darauf hin, dass das Team und der neue Trainer allmählich beginnen, die gleiche Sprache sprechen. Michalis Kakiouzis (18 Punkte) und Keydren Clark (16) führten ein vor allem in der Defensive schon sehr geschlossen auftretendes Aris-Team an.

Der Zufall will es, dass der oben erwähnte Fotis Katsikaris mit seinem neuen Team, Bizkaia Bilbao, am Dienstag ebenfalls nach Deutschland kommt, allerdings in die Bamberger Jako Arena, wo die Brose Baskets darauf warten, ihre mit der Zwischenbilanz von 1:1 Siegen in der Gruppe K noch offene Ausgangsposition mit einem zweiten Heimsieg aufzubessern. Ob die Basken dafür aber der geeignete Gegner sind, erscheint fraglich, denn Bizkaia Bilbao ist ein Team mit zwei grundverschiedenen Gesichtern:

Da ist zum einen das Team, das mit einer ganzen Serie überflüssiger Niederlagen in der spanischen ACB auf dem vorletzten Platz zurückgefallen ist. Im Eurocup hingegen präsentiert sich Bilbao als das nach acht Spieltagen einzige noch ungeschlagene Team, dem viele Experten sogar den Gewinn des Eurocups zutrauen. Dafür wird sich Bilbao aber nichts kaufen können, wenn man gleichzeitig aus der spanischen Liga absteigt, weshalb sich die Vereinsführung wohl auch vor drei Wochen dazu entschlossen hat, mit Fotis Katsikaris einen neuen Head Coach zu engagieren, der das auf allen Positionen sehr hochkarätig doppelt besetzte und durch die kürzliche Verpflichtung von Axel Hervelle noch weiter verstärkte Team endlich auch in der spanischen Liga in die Erfolgsspur führen soll.

Am Samstag feierte der griechische Trainer dabei mit einem 84:67 über Manresa einen ersten Erfolg. Dass mit dem lettischen Spielmacher Janis Blums (20 Punkte), dem kroatischen Power Forward Marko Banic (15) und dem spanischen Nationalspieler Alex Mumbru (13) vor allem jene Akteure überzeugten, die für Bilbao seit Wochen auch schon im Eurocup die höchsten Werte erzielen, lässt Bilbaos Fans hoffen, dass es Katsikaris gelingt, die gute Eurocup-Form ihres Teams endlich auch auf die nationale Liga übertragen.

EuroChallenge: Schlüsselspiele auch für Artland und Göttingen

In der EuroChallenge schlägt für die Artland Dragons am Dienstag im Heimspiel gegen KK Zagreb die Stunde der Wahrheit. Beide Teams haben ihre Spiele gegen den Tabellenführer FMP Zeleznik verloren und gegen das Schlusslicht Lüttich gewonnen. Es deutet somit alles darauf hin, dass in der Gruppe J die Entscheidung über den zweiten Gruppenplatz im direkten Duell zwischen den Dragons und Zagreb fällt. Die Kroaten müssen dabei mit dem Handicap leben, dass sie nach der Vorrunde mit dem zu Real Madrid abgewanderten Supertalent Ante Tomic ihren überragenden Spieler verloren haben, dessen 17,5 Punkte und 8,2 Rebounds pro Spiel kaum zu ersetzen sind.

Dass es ohne Tomic auch schwer wird, den in der Adria-Liga derzeit eingenommenen guten 3. Platz zu behaupten, erfuhr das Team von Trainer Denis Bajramovic am Wochenende beim 88:100 im Prestigederby gegen den Lokalrivalen Cedevita Zagreb. Zwar rückte Center Luka Zoric mit 27 Punkten und 9 Rebounds äußerst erfolgreich in die erste Fünf auf (der 34-jährige Nationalspieler Niksa Prkacin kam angesichts dieser Gala nur zu einem Kurzeinsatz). Aber das reichte nicht aus, um die rekordverdächtigen 23 Dreier des Gegners zu kompensieren, auf die der mit so erfahrenen Guards wie dem 35-jährigen Damir Mulaomerovic (22 Punkte und 9 Assists), dem 37-jährigen Vladimir Krstic und Krunoslav Simon (13 Punkte) gespickte Backcourt von KK Zagreb keine Antwort fand.

Völlig offen präsentiert sich nach den ersten beiden Spieltagen der EuroChallenge die Göttinger Gruppe I, in der alle vier Teams jeweils 1:1 Siege aufweisen. Mit Göttingen und den Eiffel Towers Den Bosch treffen dabei am Dienstag die beiden Pechvögel des letzten Spieltages aufeinander: Während die Göttinger nach Verlängerung unglücklich in Samara verloren, erwischte es die vom früheren Trierer bzw. Oldenburger Trainer Don Beck angeführten Holländer ebenfalls in der Nachspielzeit bei AEL Limassol (85:87). Umso wichtiger ist es für die Göttinger jetzt, sich in der eigenen Lokhalle keine Blöße zu geben, denn Heimniederlagen werden sich in dieser engen Gruppe nur schwer kompensieren lassen.

Den Bosch rangiert in der holländischen Liga zwar nur auf den dritten Platz, kommt aber nach einem souveränen 90:77-Auswärtssieg beim Tabellenführer Groningen am vergangenen Samstag mit breiter Brust an die Leine. Das auf ein sehr strukturiertes Zusammenspiel angelegte Spiel Den Boschs scheint sich zum Saisonende hin auszuzahlen. Der flinke US-Spielmacher Dean Oliver, mit 6,4 Assists pro Spiel der beste Passgeber aller Last16-Teams und in der sehr großen Startformation der einzige Spieler unter zwei Meter, war mit 22 Punkten in Groningen auch Den Boschs Topscorer, gefolgt von Power Forward Jerome Beasley (18), Nationalspieler Kees Akerboom, Center Peter van Paassen (11) und Spielmacher Rogier Jansen (11).

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erstellt am 08.02.2010