Player of the Year 2004
Player of the Year 2004: Pascal Roller.
Denis Wucherer (Bayer Giants Leverkusen/4.), Michael Jordan (Artland Dragons/5.), Chris Williams (OPEL SKYLINERS/6.), Steffen Hamann (GHP Bamberg/7.), Rimantas Kaukenas (ehemals Telekom Baskets Bonn, jetzt Oregon Cantu/8.), BJ McKie (TBB Trier/9.) und Olouma Nnamaka (Telekom Baskets Bonn/10.).
Für Roller, der sich vom sechsten Platz kontinuierlich nach vorne „gearbeitet“ hatte und nun die Nachfolge seines diesmal nicht zur Wahl stehenden Nationalmannschafts-Kollegen Mithat Demirel (ALBA Berlin) antritt, zeigte sich von der Nachricht „positiv überrascht“. Es mache ihn ein wenig verlegen, dass ihm diese Ehre zuteil geworden sei. Für ihn sei es jetzt eine Verpflichtung, den Fans, die ihn gewählt hätten, mit guten Leistungen etwas zurückzugeben. Als Anerkennung und Auszeichnung erhält der nur 1,80 Meter große „Wirbelwind“, der seine Profi-Karriere 1996 beim damaligen Süd-Zweitligisten USC Freiburg begann, von BBL-Commissioner Otto Reintjes den BBL-Ehrenring. Termin und Ort für die Ehrung werden noch bekannt gegeben.
Auch diesmal war die BBL-Website, Menüpunkt „Player of the Year 2004“, hervorragend besucht. Zur Auswahl standen 23 Akteure, die in der abgelaufenen Saison 2003/2004 bei der Wahl zum „Player of the Month“ die Plätze eins bis drei belegt hatten. Zum vierwöchigen Voting aufgerufen hatte die BBL mit ihren Vereinen, ihren Sponsoren (Deutsche Bahn, ICELINE, Molten, CineStar), ihren Partnern (Basketball Magazin, DSF) und der Spielergewerkschaft sports-union in ver.di. Als Preise gab es zu gewinnen: Die Teilnahme am ALLSTAR Day 2005 als Special Coach, eine prall gefüllte Tiefkühltruhe von ICELINE, ein komplettes Equipment der Bahn Basketball Academy (BBA), ein „Gold-Ball“ von Molten mit den Unterschriften der Spieler aus Köln & Frankfurt, ein Originaltrikot vom „TOP4“-Turnier 2004 mit Unterschriften sowie fünf Jahres-Abonnements des Basketball Magazins inklusive Basketball News.
Pascal Roller im Interview - "Ich werde noch motivierter sein"
Frage: Herzlichen Glückwunsch, Herr Roller! Überrascht Sie diese Nachricht?
Pascal Roller: Sicherlich – und zwar positiv. Allerdings macht sie mich auch ein Stück weit verlegen. Ich werde versuchen, den Fans zu zeigen, dass ihre Wahl gerechtfertigt war, indem ich ihnen in Form von guten Leistungen etwas zurückgebe.
Frage: Worauf führen Sie dieses Ergebnis zurück? Hat es mit den sportlichen Erfolgen zu tun, die Sie in den vergangenen Monaten mit den OPEL SKYLINERS errungen haben?
Pascal Roller: Ich denke schon. Wobei man ganz klar sagen muss, dass wir als Mannschaft ein tolles Jahr hatten. Jeder einzelne Spieler hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass wir Deutscher Meister geworden sind. Wir haben fast durchgehend auf einem konstant hohen Niveau gespielt, das gilt auch für mich.
Frage: Sie sind nach Mithat Demirel der zweite deutsche Nationalspieler, und dazu wie Demirel auch noch Point Guard, dem diese Ehre zuteil wird. Erlebt die BBL eine Renaissance ausgezeichneter deutscher Playmaker?
Pascal Roller: Es sieht fast so aus. Schließlich haben Steffen Hamann (GHP Bamberg, Anm. d. Red.) und Misan Nikagbatse (zuletzt Mitteldeutscher BC, jetzt Euro Roseto, Anm. d. Red.) ebenfalls hervorragend gespielt. Dass deutsche Point Guards im Gegensatz zu den vergangenen Jahren wieder verstärkt in den Fokus rücken, hängt mit den Klubs zusammen, die ihnen Einsatzzeiten gewähren. Ich habe in Frankfurt insofern eine tolle Situation vorgefunden, als dass mir von Seiten der Verantwortlichen Vertrauen entgegengebracht wurde und ich dadurch gelernt habe, Verantwortung zu übernehmen. Wer weiß, wie das gewesen wäre, wenn ich bei einem anderen Verein unterschrieben hätte...?
Frage: „Spieler des Jahres“ zu sein – gibt Ihnen das einen weiteren Motivationsschub oder fürchten Sie, dass der Druck steigt, weil Sie die Öffentlichkeit noch genauer unter die Lupe nimmt beziehungsweise Ihre Gegenspieler nun besonders motiviert sind?
Pascal Roller: Den Druck mache ich mir selber. Schließlich bin ich nie mit dem zufrieden, was ich erreicht habe. Und die Gegenspieler sind sowieso „heiß“. Nein, ich denke, dass ich durch die Wahl noch motivierter sein werde, als ich es ohnehin schon bin.
Frage: Sie haben mit den OPEL SKYLINERS in der vergangenen Saison die Deutsche Meisterschaft gewonnen, im Jahr 2000 wurden Sie mit den Frankfurtern Pokalsieger. Welche Ziele haben Sie für die bevorstehende Spielzeit, und was kann man von Ihnen erwarten?
Pascal Roller: Mein großes Ziel ist es, die Leistung aus der abgelaufenen Saison zu bestätigen. Keiner soll hinterher sagen können, dass unser Erfolg eine Eintagsfliege war, weil die Umstände günstig waren. Ich persönlich hoffe, dass ich nach meinem Fingerbruch so schnell wie möglich wieder das Level aus der letzten Spielzeit erreiche. Auch wenn ich erst Anfang September ins Training einsteigen kann. Zum Auftakt bin ich aber in jedem Fall dabei.
Frage: Stichwort Fingerbruch und Nationalmannschaft: Wie sehr schmerzt Sie die Tatsache, dass Sie nicht an den Qualifikationsspielen für die Europameisterschaft 2005 teilnehmen können?
Pascal Roller: Hier und da gab es schon mal einen Rückschlag. Aber ich habe gelernt, mit solchen Situationen umzugehen. Ich mache mich nicht mehr so fertig wie früher, weil ich die Dinge sowieso nicht beeinflussen kann. Mein Ziel ist nun die EM 2005, sofern wir uns dafür qualifizieren sollten. Nationalspieler zu sein ist nun mal die größte Auszeichnung, die man erlangen kann.
Frage: Abschließend noch eine Frage zur BBL: Viele Mannschaften sind bei der Zusammensetzung ihrer Kader bereits im Endstadium. Dabei fällt auf, dass es in der kommenden Spielzeit zahlreiche neue Gesichter zu sehen geben wird. Sind Sie der Meinung, dass die „üblichen Verdächtigen“ wie Frankfurt, Bamberg, Berlin, Bonn oder Köln für den Meistertitel in Frage kommen, oder gibt es einen Außenseiter, der für eine Überraschung sorgen könnte?
Pascal Roller: Momentan deutet in der Tat einiges auf die „üblichen Verdächtigen“ hin. Auch wenn sich einige der Top-Teams teilweise erheblich verändert haben. Eine Außenseiterrolle traue ich den Oldenburgern zu. Die haben mich schon in der vergangenen Spielzeit überrascht und sind ein unbequemer Gegner.
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